Ilgar Sheydayev

Eine abblätternde Schönheit zwischen Leere und Raum, eine Sehnsucht, die nicht fassbar ist. So stehe ich staunend vor einer Skulptur des Malers und Bildhauers Ilgar Sheydayev in der Libori Galerie in Paderborn und versuche ein Gefühl für das Dahinter zu bekommen. Dieses gewisse Etwas, was mich nicht mehr loslässt und dem ich mich seltsamerweise nicht mehr zu entziehen vermag. Ein unausgesprochenes Gefühl, welches Sinnlichkeiten transportiert und meinen Blick immer wieder aufs Neue über diesen vollkommenen Körper streifen lässt. Dieser kunstvolle Körper ganz aus Metall, welcher sich meiner Sinne bemächtigt und diese zum Dahinschmelzen bringt. Was wäre meine Welt ohne die wunderbare Kunst und Kultur des Ilgar Sheydayev?

Die Berufung des Künstlers begann in Baku mit einem Ruf der Staatsakademie für Künste. Versuchte sich der Bildhauer zu Beginn seines bildhauerischen Werdegangs hauptsächlich an realistischen Porträtbüsten aus Ton und Gips namhafter Größen wie Nikola Tesla, Franz Liszt oder Beethoven und Einstein, änderte sich dies später zunehmend. Der Realismus seines Porträtierens, selbst einem Stillleben Leben einhauchen zu können, wich der Symbolhaftigkeit eigener Gefühlswelten. Der Grund hierfür mag in der reichen Kultur seines Geburtslandes Aserbaidschan zu finden sein, dessen kaukasische Herkunft „Griechisches Feuer“ und persische Herrschaft gleichermaßen vermittelt. Einem Schmelztiegel der Religion und Kultur, dessen aufflammender Appell am Stillleben selbst zur Sprache kommt und Im Schleier der Hoffnung von 2014 zur Perfektion gelang. Hier zeigt sich wiederum das herausragende Talent des Künstlers Ilgar Sheydayev zur Porträtbürste, in dem Elemente der Umwelt als Schmuck in das Gesicht einer Frau mit einfließen. Schmetterlinge als Symbol der Metamorphose, einer Erneuerung der eigenen inneren Gefühlswelt: Schwere, in Form von Melancholie. Die Leichtigkeit eines Schmetterlingsflügels in der Luft vergänglicher Spuren im Wind.